Meldungen Steigertahlstraße

Volles Haus für Flüchtlinge – UK Steigertahl informiert

Überfüllter Saal im Freizeitheim, Interesse und Hilfsbereitschaft groß

Das Freizeitheim Linden ist bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Unterstützerkreis Steigertahlstraße über die Unterkunft und die geplanten Integrationsangebote informiert.

Zuerst informiert die Stadt, vertreten durch den Stadtbezirksmanager Wolfgang Wescher über die aktuelle Situation der Geflüchteten in der Stadt. Die aktuellen Zahlen können auf den Seiten der Stadt nachgesehen werden. Die Stadt plant bis zum Schuljahresbeginn alle Bewohner die zunächst notdürftig in Turnhallen untergekommen sind, in neue Unterkünfte wie eben z. B. die Steigertahlstraße umzuquartieren. Damit werden die Turnhallen wieder dem Schulsport und den Vereinen zur Verfügung stehen.

Anschließend stellt sich der Betreiber der Unterkunft Steigertahlstraße – European Homecare – vor. Die Leiterin der Unterkunft ist vielen LindenerInnen bestens vertraut, sie betreute zuvor schon die Unterkunft in der Deisterstraße.

Politik, Unterstützerkreis und Betreiber informieren

Fragen nach möglichen Gefährdungen konnten ausgeräumt werden. Wobei mir nicht klar war, ob die Fragen auf eine Bedrohung der Geflüchteten durch gewaltbereite Rassisten gerichtet waren oder ob Gefahren durch Geflüchtete gemeint wurden. Zum Glück trifft beides für Linden-Limmer nicht zu.

Im Gegenteil: Großen Applaus bekommt die Kritik, warum nicht mehr Geflüchtete in Linden-Limmer untergebracht werden. Geflüchtete sind hier willkommen, die Hilfsbereischaft ist groß. Das ist leider nicht überall in Hannover so. Tatsächlich werden nach Räumung der Turnhallen in Linden-Limmer lediglich etwa 500 Geflüchtete hier untergebracht sein – weit unter dem Durchschnitt anderer Stadtbezirke. Der Grund sind die mangelnden Flächen und Unterbringungsmöglichkeiten in Linden-Limmer, einem der am dichtesten besiedelten Stadtteile in Niedersachsen.

In Linden-Limmer sind #refugeeswelcome Klick um zu Tweeten

Ein kleiner Disput entspinnt sich allerdings an der Ehrenamts-Vereinbarung, auf die European Homecare als Betreiber der Unterkunft Wert legt. Darin ist auch eine Verschwiegenheitserklärung enthalten, deren Reichweite diskutiert wird: Einige sehen sie als Maulkorb, nicht über Beobachtungen in der Unterkunft sprechen zu dürfen. Im Kern geht es aber um die Vertraulichkeit persönlicher Daten der Geflüchteten, mit denen man unweigerlich in Kontakt kommt, wenn man mit Flüchtlingen zusammenarbeitet, z. B. als Begleitung zum Amt oder Arztbesuch. Diese Ehrenamts-Vereinbarung ist aber noch im Wandel und auch nur gefordert, wenn man in der Unterkunft mit den Geflüchteten arbeitet. Angebote, die außerhalb der Unterkunft organisiert werden, sind davon nicht betroffen. Davon unabhängig versteht es sich von selbst, das persönliche Dinge, die man zwangsläufig mitbekommt, vertraulich behandelt werden.

Sollte es Missstände in einer Unterkunft geben – bei European Homecare in der Unterkunft Steigertahlstraße liegen definitiv keine Missstände vor – so kann und muss dem natürlich nachgegangen werden. Ansprechparter ist am besten die Stadt, denn sie ist Auftraggeberin der Betreiber und kontrolliert die Einhaltung von Verträgen und Vorschriften.

Wer sich in die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe für Geflüchtete in der Unterkunft Steigertahlstraße einbringen möchte, kann hier mit dem Unterstützerkreis Kontakt aufnehmen.

Information und Diskussion zur Unterkunft Steigertahlstraße
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