Beobachtet Sprachkurse

Sprachkurse: die Ehrenamtlichen der IIK

Foto: IIK

Ohne das Engagement der vielen ehrenamtlichen UnterstützerInnen wäre die Arbeit der IIK kaum möglich. Als Zeichen der Anerkennung möchten wir auch in dieser Ausgabe eine Ehrenamtliche der IIK vorstellen, dieses Mal: Tatjana

Tatjana ist hauptberuflich Steuerfachangestellte und betreut den A2/B1-Sprachkurs in der IIK.

In welchem Bereich engagierst du dich ehrenamtlich bei der IIK und seit wann? Was sind deine Aufgaben?

Ich engagiere mich in den Sprachkursen der IIK. Nachdem ich vor etwa 2 Jahren den Kurs in der  Posthornstraße mit aufgebaut habe, unterstütze ich nun schon eine Weile den A2/B1 jeden  Montag, Mittwoch und Freitag um 18 Uhr in der IIK. Dabei geht es natürlich vor allem um die Vermittlung der deutschen Sprache, aber auch immer wieder um Hilfe in Alltagsfragen. Neulich habe ich zum Beispiel jemandem bei der Vorbereitung zur Führerscheinprüfung geholfen.

Was hat dich dazu bewogen, dich ehrenamtlich zu engagieren?

Bevor ich hier angefangen habe, hat mich die Flüchtlingsthematik schon länger sehr beschäftigt.  Und irgendwann habe ich mich darüber geärgert, dass ich – wie viele andere wahrscheinlich  auch – nur darüber rede, aber nichts tue. Das wollte ich ändern. Über Facebook bin ich dann auf  die damaligen Unterstützerinnen des Kurses in der Posthornstraße gestoßen und habe mich  einfach gemeldet. Der Kurs ging gerade erst los und ich hatte vorher keine Erfahrung im Unterrichten. Das war natürlich etwas schwierig, aber gleichzeitig auch eine tolle  Herausforderung.

Was macht dir daran am meisten Spaß?

Am schönsten finde ich es, die Entwicklung und Lernerfolge der Schüler zu sehen. Einer unserer „Schüler“, Yousra, hat damals quasi bei null angefangen hat und fängt demnächst an zu studieren. Zu sehen, dass das Engagement etwas bringt, ist einfach toll. Außerdem finde ich den Perspektivwechsel wichtig: die eigene Situation, aber auch die Nachrichten, mit denen man täglich konfrontiert wird, lassen sich besser einordnen, wenn man sich mal in die Menschen hineinversetzt, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind. Und natürlich entstehen bei dieser Arbeit auch wunderbare Freundschaften, die ich nicht mehr missen möchte.

Und was findest du schwierig daran bzw. worin liegt für dich die größte Herausforderung?

Natürlich gibt es auch Probleme in solchen Kursen. Die Teilnehmer wechseln häufig oder haben unterschiedliche Lernstände. Dann ist es schwierig, allen gleichermaßen gerecht zu werden. Und manche Schicksale gehen mir auch sehr nahe. Zum Beispiel: Wenn jemand, der mit viel Motivation und Willen unsere schwierige Sprache lernt und sich wirklich bemüht hier anzukommen, dann plötzlich kurz vor der Abschiebung steht, ist das schon schwer nachzuvollziehen. Aber gleichzeitig motiviert mich das nur umso mehr, den Menschen so gut wie möglich zu unterstützen.

Quelle: Newsletter IIK

0 Kommentare zu “Sprachkurse: die Ehrenamtlichen der IIK

Ihre Meinung:

%d Bloggern gefällt das: