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Die Blumen sind da, um uns zu beschützen?

© Canal+

Wie kann man seinen Kindern die Gewalt der Terroristen von Paris erklären? Wie gehen Kinder damit um? Das Nachrichten-Format für Kinder „Le Petit Journal“ des französischen Senders Canal+ recherchierte vor dem Bataclan. Dabei fingen sie dieses berührende Interview ein:

Man versteht es eigentlich auch so. Trotzdem hier die Übersetzung (Quelle: Süddeutsche Zeitung):

„Verstehst du, was passiert ist?“, fragt der Reporter den kleinen Jungen. „Warum diese Menschen das getan haben?

„Ja, weil sie sehr, sehr, sehr böse sind“, sagt der Junge. „Die Bösen sind nicht sehr nett, die Bösen.“ Er guckt zu Boden, fast so, als würde er nach den nächsten Worten suchen. „Wir müssen wirklich aufpassen. Wir müssen umziehen.“

„Nein“, sagt sein Vater und streicht ihm durchs Haar. „Mach dir keine Sorgen. Wir müssen nicht umziehen. Frankreich ist unser Zuhause.“

„Aber hier gibt es böse Menschen, Papa“, sagt der Junge.

„Ja, aber es gibt überall böse Menschen.“

„Sie haben Pistolen, sie können auf uns schießen, weil sie sehr, sehr böse sind, Papa“, sagt der Junge.

„Sie haben vielleicht Pistolen, aber wir haben Blumen“, antwortet der Vater.

„Aber Blumen können nichts, die sind da um, um …“

„Schau“, unterbricht ihn der Vater. „Alle legen Blumen ab. Das tun sie, um gegen die Pistolen zu kämpfen.“

„Das ist da, um uns zu beschützen?“, fragt der Sohn. „Genau.“

„Und die Kerzen auch?“

„Die sind da, damit wir die Menschen nicht vergessen, die gestern von uns gegangen sind.“

„Sie sind da um uns zu beschützen, die Blumen und die Kerzen“, fasst der Junge das Gespräch noch einmal zusammen und lächelt.

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